Ein klarer Entscheidungsleitfaden für Eltern
Geschätzte Lesedauer: 4 Minuten
Als Eltern wünschen wir uns vor allem zwei Dinge:
- dass unser Kind Spaß am Bouldern/Klettern hat
- und dass es sich gesund und ohne Druck weiterentwickeln kann.
Der Kletterschuh spielt dabei eine größere Rolle, als man anfangs denkt. Nicht, weil er „besser klettern lässt“, sondern weil er unterstützen oder bremsen kann.
Unsere wichtigste Erkenntnis nach mehreren Jahren und vielen Schuhen:
Faustregel: Der richtige Schuh richtet sich nicht nach dem Alter, sondern nach dem Entwicklungsstand.
Wo steht mein Kind gerade?
Bevor wir über Modelle sprechen, stellen wir uns immer diese Fragen:
- Klettert unser Kind spielerisch oder gezielt?
- Geht es unregelmäßig oder mehrmals pro Woche in die Halle?
- Steht Spaß im Vordergrund – oder Training & Technik?
- Kann unser Kind schon:
- sauber treten?
- kleine Tritte bewusst belasten?
- einfache Bewegungsabfolgen wiederholen?
Erst danach lohnt sich die Schuhwahl.
Phase 1: Erste Schritte – Komfort schlägt alles
Typisches Kind in dieser Phase
- 4–7 Jahre (nicht zwingend!)
- erste Hallenbesuche
- viel Spielen, Rennen, Klettern
- kurze Aufmerksamkeitsspanne

Was der Schuh können muss
- bequem sein
- nicht drücken
- leicht an- und auszuziehen
- robust sein
- verzeihen, wenn der Fuß noch „unsortiert“ arbeitet
Unsere Empfehlung
Gretel hat mit genau solchen Schuhen angefangen. Und rückblickend war das perfekt. Sie konnte sich voll auf Bewegung konzentrieren – nicht auf schmerzende Füße.
Faustregel: Wenn euer Kind den Schuh ständig ausziehen will → falscher Schuh.
Phase 2: Regelmäßiges Bouldern – der Wunsch nach mehr Halt
Typisches Kind in dieser Phase
- geht regelmäßig bouldern
- erkennt kleine Tritte
- will „höhere“ oder „schwerere“ Boulder machen
- beginnt bewusst zu treten

Was der Schuh jetzt leisten sollte
- etwas mehr Grip
- bessere Kantenstabilität
- weiterhin bequem
- keine aggressive Vorspannung
Unsere Empfehlung
Das war bei Gretel der erste Schuh, bei dem sie selbst sagte:
„Damit rutsche ich weniger.“
Für uns war das der Moment, wo klar wurde:
Jetzt darf der Schuh unterstützen, nicht nur begleiten.
Faustregel: Mehr Leistung ja – Schmerzen nein.
Phase 3: Ambitioniert – Technik rückt in den Fokus
Typisches Kind in dieser Phase
- trainiert 2–3× pro Woche
- arbeitet bewusst an Technik
- klettert Überhänge
- probiert Hooks
- vielleicht erste Wettkämpfe

Was der Schuh jetzt können muss
- spürbare Vorspannung
- definierte Spitze
- gute Hook-Eigenschaften
- trotzdem noch kontrollierbar
Unsere Empfehlung
- Scarpa Drago KID (Einstieg Pro)
- Red Chili Puzzle Kids (mehr Performance)
Der Drago Kids war für Gretel der perfekte erste Pro-Schuh.
Der Puzzle kam später – als bewusste Entscheidung für mehr Leistung.
Faustregel: Ein Pro-Schuh sollte fordern, aber nicht abschrecken.
Phase 4: Leistung & Spezialisierung
Typisches Kind in dieser Phase
- Leistungskader / Wettkampftraining
- klare technische Anforderungen
- sehr differenziertes Fußgefühl

Unsere Empfehlungen
- La Sportiva Mythos → Technik & lange Einheiten
- Mammut Samurai → Wettkampf & maximale Präzision
Diese Schuhe sind Werkzeuge, keine Alltagsschuhe.
Wir setzen sie gezielt ein – nicht dauerhaft.

