worauf Eltern bei Kinderkletterschuhen achten sollten
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Ein Kletterschuhkauf mit Kindern kann schnell stressig werden – für alle Beteiligten. Wir haben gelernt: Mit einer klaren Struktur wird der Schuhkauf entspannter und deutlich erfolgreicher.
Diese Checkliste nutzen wir inzwischen selbst – egal ob Einsteiger- oder Pro-Schuh.
1. Das Kind steht im Mittelpunkt – nicht der Schuh
Bevor wir überhaupt ein Modell in die Hand nehmen, klären wir:
- Warum brauchen wir neue Schuhe?
- Fuß gewachsen?
- Mehr Training?
- Mehr technische Anforderungen?
- Was sagt das Kind selbst?
- Drückt der alte Schuh?
- Rutscht es oft ab?
- Will es wirklich etwas anderes – oder nur „cooler“?

Unsere Erfahrung:
Wenn der Wunsch nicht zumindest teilweise vom Kind kommt, ist der Schuh meist der falsche.
2. Füße richtig anschauen (nicht nur messen)
Nicht jeder Kinderfuß ist gleich – das haben wir früh gelernt.
Im Laden achten wir auf:
- schmale vs. breite Füße
- hohe oder flache Spannhöhe
- empfindliche Zehen
- Druckstellen an Ferse oder Großzeh
Zwei Kinder mit gleicher Schuhgröße brauchen oft völlig unterschiedliche Modelle.
3. Größe ist mehr als eine Zahl
Wir lassen uns immer mehrere Größen bringen:
- die „empfohlene“
- eine halbe Nummer größer
- (bei Pro-Schuhen) evtl. eine halbe Nummer kleiner

Kinderkletterschuhe sind keine Straßenschuhe – aber sie dürfen auch nicht schmerzen.
4. Anziehen lassen – und zwar richtig
Wir achten darauf, dass:
- der Schuh mit eigener Kraft angezogen wird (kein Hineinquetschen)
- der Fuß komplett vorne anliegt
- keine Falten im Material sind
- die Ferse sauber sitzt
Wenn wir als Eltern stark nachhelfen müssen, ist der Schuh meist zu klein oder ungeeignet.
5. Bewegungstest im Laden
Ein guter Laden hat:
- kleine Tritte
- eine Testwand, wie hier im Tapir in Leipzig
- zumindest Kanten zum Draufstellen
Wir lassen das Kind:
- auf Zehenspitzen stehen
- auf einem kleinen Tritt balancieren
- die Ferse bewusst belasten

Kann das Kind im Schuh ruhig stehen, ist das ein gutes Zeichen.
6. Schmerz vs. ungewohnt – genau hinschauen
Wir unterscheiden sehr bewusst zwischen:
- ungewohnt → okay
- schmerzhaft → No-Go
Fragen, die wir stellen:
- „Drückt es oder zieht es?“
- „Ist es nur eng oder tut es weh?“
- „Würdest du damit noch klettern wollen?“
Tränen, Verkrampfen oder sofortiges Ausziehen sind klare Warnzeichen.
7. Zeit im Schuh lassen
Wir lassen das Kind:
- 5–10 Minuten im Schuh bleiben
- sich bewegen
- sitzen, stehen, laufen (kurz)
Viele Probleme zeigen sich nicht in den ersten 30 Sekunden, sondern nach ein paar Minuten.
8. Preis realistisch einordnen
Teurer heißt nicht automatisch besser – vor allem bei Kindern.
Unsere Faustregel:
- Einsteiger → günstig & robust
- Fortgeschrittene → guter Mittelweg
- Pro → nur bei echtem Bedarf
Ein günstiger Schuh, der gern getragen wird, bringt mehr als ein teurer Schuh, der im Rucksack bleibt.
Unsere persönliche Kauf-Checkliste (Kurzfassung)
- passt zur Entwicklungsphase
- drückt nicht schmerzhaft
- Ferse sitzt stabil
- Kind kann ruhig stehen
- Kind möchte damit klettern
Wenn alle Punkte erfüllt sind → kaufen wir.

