worauf wir als Familie achten
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Online-Shopping gehört inzwischen zum Alltag, auch bei Kletter- und Boulderschuhen für Kinder. Gleichzeitig ist genau das der Bereich, in dem wir als Eltern am meisten Bauchschmerzen hatten. Schuhe, die eng sitzen müssen, ohne zu drücken? Für wachsende Füße? Ohne Anprobieren?
Nach vielen Bestellungen, Rücksendungen und Lernerfahrungen – auch mit Gretel – haben wir für uns klare Regeln entwickelt. Dieser Beitrag fasst zusammen, wann Online-Shopping sinnvoll ist, wo Vorsicht geboten ist und wie man Fehlkäufe vermeidet.
1. Online nur dann, wenn wir unser Kind gut kennen
Wir bestellen Schuhe online nicht blind.
Online-Kauf ist für uns sinnvoll, wenn:
- wir die Fußform unseres Kindes kennen
- wir wissen, ob der Fuß eher schmal oder breit ist
- unser Kind bereits ähnliche Schuhe getragen hat
Unsere Erfahrung: Die ersten Schuhe haben wir immer im Laden gekauft. Erst später, als wir wussten, was Gretel braucht, wurde Online-Shopping entspannter.
2. Bekannte Modelle statt Experimente
Online kaufen wir fast ausschließlich:
- uns bekannte Marken
- Modelle, die unser Kind oder wir selbst schon kennen
- Schuhe, deren Passform einschätzbar ist
Beispiele aus unserer Praxis:
- Nachfolger- oder Wiederkauf desselben Modells
- bekannte Erwachsenenmodelle (z. B. Mythos)
Neue, unbekannte Modelle testen wir lieber im Fachhandel.
3. Größentabellen sind nur grobe Orientierung
Hersteller-Größentabellen helfen, verlassen tun wir uns darauf nicht.
Unsere Regeln:
- immer mindestens zwei Größen bestellen
- Straßenschuhgröße nur als Startwert nehmen
- Erfahrungsberichte lesen (fallen klein / normal / groß aus)

Ganz wichtig: „Fällt klein aus“ kann bei Kindern schnell untragbar bedeuten.
4. Rücksendung ist kein Makel – sondern Pflicht
Wir bestellen online nur dort, wo:
- kostenlose Rücksendung möglich ist, denn man sollte eine Auswahl zum anprobieren haben.
- genug Zeit zum Anprobieren bleibt
- kein Druck entsteht, „es passend zu reden“
Unsere Haltung: Wenn ein Schuh zurückgeht, war das kein Fehlkauf, sondern ein guter Test.
5. Anprobe zu Hause – so machen wir es
Wir testen Schuhe zu Hause bewusst und ruhig:
- Kind ist entspannt
- keine Zeitnot
- Schuhe nacheinander anziehen
- kurze Pausen dazwischen
Wir lassen Gretel:
- auf den Zehenspitzen stehen
- auf einem Buch oder kleinen Absatz balancieren
- ein paar Schritte gehen
Das ersetzt keine Wand, zeigt aber schnell grobe Probleme.
6. Auf Warnsignale hören – nicht relativieren
Typische Warnzeichen:
- sofortiges Ausziehen
- Verkrampfen der Zehen
- Tränen oder Rückzug
- klare Aussagen wie „das tut weh“
Unsere Regel: Wenn Gretel klar sagt, dass ein Schuh schmerzt, diskutieren wir nicht.
7. Pro-Schuhe online? Nur sehr eingeschränkt
Aggressive Schuhe bestellen wir online nur, wenn:
- das Modell bereits bekannt ist
- die Größe sicher eingeschätzt werden kann
- der Schuh nicht „maximal eng“ gewählt wird
Gerade bei Pro-Schuhen kann ein Online-Fehlkauf:
- Frust
- Schmerzen
- Trainingsabbruch
verursachen.
8. Preis & Angebot richtig einordnen
Günstige Online-Angebote sind verlockend, aber:
- falsche Größe = unnützes Schnäppchen
- fehlende Rückgabe = Risiko
- ältere Modelle können anders ausfallen
Unsere Erfahrung: Lieber etwas teurer, dafür passend, als günstig und ungetragen im Schrank.
Unser Fazit als Familie
Kletter- und Boulderschuhe für Kinder online zu kaufen kann sehr gut funktionieren, aber nur dann, wenn man es bewusst und vorbereitet angeht. Für uns als Familie war Online-Shopping nie der Einstieg, sondern immer erst der nächste Schritt, nachdem wir unser Kind, ihre Füße und ihre Bedürfnisse besser kannten.
Online-Shops bieten Auswahl, Zeitersparnis und oft auch gute Preise. Gleichzeitig fehlt aber das, was gerade bei Kindern so wichtig ist: das direkte Ausprobieren, das spontane Wechseln der Größen und das geschulte Auge von Fachpersonal. Deshalb sehen wir den Online-Kauf nicht als Ersatz für den Fachhandel, sondern als Ergänzung, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Unsere wichtigste Erkenntung ist: Kein Preisvorteil rechtfertigt Schmerzen oder Frust beim Klettern.
Wenn ein Schuh drückt, das Kind sich verkrampft oder keine Lust mehr hat, ist das ein klares Zeichen, unabhängig davon, wie gut der Schuh „auf dem Papier“ ist.
Online gekauft wird bei uns deshalb nur dann, wenn:
- das Modell bekannt ist
- die Passform gut eingeschätzt werden kann
- Rückgabe problemlos möglich ist
- und vor allem: wenn Gretel sich im Schuh wohlfühlt
Am Ende zählt nicht, wie schnell oder günstig ein Schuh gekauft wurde, sondern ob er gern getragen wird und die Entwicklung unterstützt.
Oder anders gesagt:
Ein Kletterschuh ist dann gut gewählt, wenn unser Kind ihn anzieht, losklettert und nicht mehr darüber nachdenkt.

