Kinder wachsen schnell – manchmal schneller, als uns lieb ist.
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Gerade bei Kletterschuhen stellt sich deshalb früher oder später die Frage: Neu kaufen oder gebraucht?
Wir haben uns mit dem Thema intensiv beschäftigt und selbst mehrfach Second-Hand-Schuhe für Gretel in Betracht gezogen – mit guten, aber auch lehrreichen Erfahrungen.
Dieser Guide fasst zusammen, wann Second-Hand sinnvoll ist, worauf Eltern unbedingt achten sollten und wann wir klar davon abraten.
Warum Second-Hand bei Kinderkletterschuhen überhaupt Sinn machen kann
Aus Elternsicht gibt es gute Argumente für gebrauchte Schuhe:
- Kinderfüße wachsen schnell
- viele Schuhe werden nur wenige Monate getragen
- Pro-Schuhe sind teuer
- Nachhaltigkeit spielt eine Rolle
Gerade im Kinderbereich sind viele Schuhe kaum „runtergeklettert“, sondern schlicht zu klein geworden.
Für welche Kinder Second-Hand gut geeignet ist
Second-Hand-Schuhe funktionieren besonders gut bei:
- Einsteigerkindern
- Kindern, die 1 bis 2 mal pro Woche klettern
- Übergangsphasen (z. B. zwischen zwei Größen)
- Modellen ohne aggressive Vorspannung
Für Gretels erste Schuhe wäre Second-Hand absolut okay gewesen, denn der Verschleiß war minimal.
Wann wir Second-Hand nicht empfehlen
Es gibt Situationen, in denen wir bewusst neu kaufen würden:
- bei Pro-Schuhen (Drago, Puzzle, Samurai etc.)
- bei sehr starker Vorspannung
- bei Leistungskader-Training
- wenn das Kind empfindliche Füße hat
Warum?
Weil sich Pro-Schuhe stark an den Fuß des Vorbesitzers anpassen. Das kann Passform, Vorspannung und Leistung deutlich verändern.
Die große Second-Hand-Checkliste für Eltern
1. Sohle & Gummi genau prüfen
Wir schauen uns an:
- ist die Spitze rund oder noch kantig?
- sind Löcher oder extrem dünne Stellen sichtbar?
- wirkt der Gummi „glasig“ (stark abgenutzt)?
Stark abgelaufene Zehen = kein guter Kauf.
2. Vorspannung testen (wichtig!)
Den Schuh leicht zusammendrücken:
- kommt er wieder in seine Form zurück? → gut
- bleibt er „schlaff“? → Vorspannung tot
Gerade bei Pro-Schuhen ist das ein Ausschlusskriterium.
3. Ferse kontrollieren
- ist sie ausgeleiert?
- hat sie Knickstellen?
- sitzt sie symmetrisch?
Eine „müde“ Ferse bedeutet schlechten Halt, besonders problematisch bei Hooks.
4. Innenleben checken
Wir achten auf:
- starke Gerüche (Bakterien!)
- harte Nähte
- eingerissene Innenpolster
Leichter Geruch ist okay – stechender Geruch meist nicht mehr zu retten.
5. Verschlüsse testen
- Klettverschlüsse: halten sie noch sauber?
- Schnürung: läuft sie leicht, ist sie intakt?
Defekte Verschlüsse sind für Kinder ein echtes No-Go.
Größe & Passform: besonders heikel bei Second-Hand
Second-Hand-Schuhe fallen oft kleiner aus als neu, weil:
- das Material bereits vorgedehnt ist
- sich die Zehenbox verformt hat
Unsere Regel: Second-Hand nur kaufen, wenn:
- das Kind den Schuh anprobieren kann
- der Schuh nicht schmerzt
- die Ferse stabil sitzt
Blindkäufe online sind hier riskant.
Welche Modelle sich besonders gut für Second-Hand eignen
Aus unserer Sicht gut geeignet:
Eher ungeeignet:

Preis realistisch einschätzen
Unsere Faustregeln:
- max. 50–60 % des Neupreises
- bei starkem Verschleiß deutlich weniger
- Resole-Kosten immer mitdenken
Ein billiger Schuh mit notwendigem Resole ist oft teurer als ein neuer.
Unser Fazit als Eltern
Second-Hand-Kletterschuhe können für Kinder eine sehr gute Lösung sein – wenn man weiß, worauf man achten muss.
Unsere Zusammenfassung:
- ideal für Einsteiger & Übergangsphasen
- nachhaltig & kostensparend
- kritisch bei Pro-Schuhen
- riskant ohne Anprobe
Oder, wie wir es inzwischen sehen:
Second-Hand ja – aber bewusst und mit kritischem Blick.

