Teil 6 – Second-Hand-Kletterschuhe für Kinder – ein Guide

Kinder wachsen schnell – manchmal schneller, als uns lieb ist.

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Gerade bei Kletterschuhen stellt sich deshalb früher oder später die Frage: Neu kaufen oder gebraucht?
Wir haben uns mit dem Thema intensiv beschäftigt und selbst mehrfach Second-Hand-Schuhe für Gretel in Betracht gezogen – mit guten, aber auch lehrreichen Erfahrungen.

Dieser Guide fasst zusammen, wann Second-Hand sinnvoll ist, worauf Eltern unbedingt achten sollten und wann wir klar davon abraten.


Warum Second-Hand bei Kinderkletterschuhen überhaupt Sinn machen kann

Aus Elternsicht gibt es gute Argumente für gebrauchte Schuhe:

  • Kinderfüße wachsen schnell
  • viele Schuhe werden nur wenige Monate getragen
  • Pro-Schuhe sind teuer
  • Nachhaltigkeit spielt eine Rolle

Gerade im Kinderbereich sind viele Schuhe kaum „runtergeklettert“, sondern schlicht zu klein geworden.


Für welche Kinder Second-Hand gut geeignet ist

Second-Hand-Schuhe funktionieren besonders gut bei:

  • Einsteigerkindern
  • Kindern, die 1 bis 2 mal pro Woche klettern
  • Übergangsphasen (z. B. zwischen zwei Größen)
  • Modellen ohne aggressive Vorspannung

Für Gretels erste Schuhe wäre Second-Hand absolut okay gewesen, denn der Verschleiß war minimal.


Wann wir Second-Hand nicht empfehlen

Es gibt Situationen, in denen wir bewusst neu kaufen würden:

  • bei Pro-Schuhen (Drago, Puzzle, Samurai etc.)
  • bei sehr starker Vorspannung
  • bei Leistungskader-Training
  • wenn das Kind empfindliche Füße hat

Warum?
Weil sich Pro-Schuhe stark an den Fuß des Vorbesitzers anpassen. Das kann Passform, Vorspannung und Leistung deutlich verändern.


Die große Second-Hand-Checkliste für Eltern

1. Sohle & Gummi genau prüfen

Wir schauen uns an:

  • ist die Spitze rund oder noch kantig?
  • sind Löcher oder extrem dünne Stellen sichtbar?
  • wirkt der Gummi „glasig“ (stark abgenutzt)?

Stark abgelaufene Zehen = kein guter Kauf.


2. Vorspannung testen (wichtig!)

Den Schuh leicht zusammendrücken:

  • kommt er wieder in seine Form zurück? → gut
  • bleibt er „schlaff“? → Vorspannung tot

Gerade bei Pro-Schuhen ist das ein Ausschlusskriterium.


3. Ferse kontrollieren

  • ist sie ausgeleiert?
  • hat sie Knickstellen?
  • sitzt sie symmetrisch?

Eine „müde“ Ferse bedeutet schlechten Halt, besonders problematisch bei Hooks.


4. Innenleben checken

Wir achten auf:

  • starke Gerüche (Bakterien!)
  • harte Nähte
  • eingerissene Innenpolster

Leichter Geruch ist okay – stechender Geruch meist nicht mehr zu retten.


5. Verschlüsse testen

  • Klettverschlüsse: halten sie noch sauber?
  • Schnürung: läuft sie leicht, ist sie intakt?

Defekte Verschlüsse sind für Kinder ein echtes No-Go.


Größe & Passform: besonders heikel bei Second-Hand

Second-Hand-Schuhe fallen oft kleiner aus als neu, weil:

  • das Material bereits vorgedehnt ist
  • sich die Zehenbox verformt hat

Unsere Regel: Second-Hand nur kaufen, wenn:

  • das Kind den Schuh anprobieren kann
  • der Schuh nicht schmerzt
  • die Ferse stabil sitzt

Blindkäufe online sind hier riskant.


Welche Modelle sich besonders gut für Second-Hand eignen

Aus unserer Sicht gut geeignet:

Eher ungeeignet:

Kleinanzeigen

Preis realistisch einschätzen

Unsere Faustregeln:

  • max. 50–60 % des Neupreises
  • bei starkem Verschleiß deutlich weniger
  • Resole-Kosten immer mitdenken

Ein billiger Schuh mit notwendigem Resole ist oft teurer als ein neuer.


Unser Fazit als Eltern

Second-Hand-Kletterschuhe können für Kinder eine sehr gute Lösung sein – wenn man weiß, worauf man achten muss.

Unsere Zusammenfassung:

  • ideal für Einsteiger & Übergangsphasen
  • nachhaltig & kostensparend

Oder, wie wir es inzwischen sehen:

Second-Hand ja – aber bewusst und mit kritischem Blick.

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